Online Seminar “Wirtschaftsastrologie” im Oktober

Das einzigartige Seminar von Dr. Christof Niederwieser – Wie sehen typische Widder-Firmen, Jungfrau-Marken oder Uranus-Branchen aus? Wie kann man Horoskope im Beruf anwenden?

Interviews Dr. Christof Niederwieser

Astrologische Vorschau für 2024

Was erwartet uns astrologisch für das Jahr 2024? Folgend ein Überblick über die wichtigsten Themen. Das Leitmotto lautet: Der größte Feind kommt von Innen.

Das Gruppenhoroskop – Einführung

Erstveröffentlichung im April 2016 in der Zeitschrift “Astrologie Heute” (Nr. 180)

In der Astrologie stehen seit vielen Jahrhunderten Einzelhoroskope im Mittelpunkt. Ob Menschen, Staaten, Organisationen oder Mundankonstellationen, in der Regel analysiert man einzelne Zeitpunkte. Will man diese miteinander in Verbindung bringen, so ist das aktuell nur für Zweierbeziehungen komfortabel möglich. Gruppen ab drei Personen hingegen werden mit dem herkömmlichen Instrumentarium schnell sehr unübersichtlich und entziehen sich somit einer systematischen Analyse.

Dabei ist im Sinne eines systemischen Ansatzes gerade die Zusammenschau der Beziehungen in einer Gruppe essentiell. Ob in der Familie, im Freundeskreis oder der Abteilung im Job, im Parteigremium, der Regierung oder am G8 Gipfel, in der Fußballmannschaft, der Rockband oder im Dschungelcamp, stets ist die Gruppe mehr als die Summe ihrer Individuen und Zweierbeziehungen. Hierfür hat Dr. Christof Niederwieser das Gruppenhoroskop entwickelt, eine spezielle Variante der Synastrie, mit welcher eine komfortable Zusammenschau von bis zu zwanzig Horoskopen möglich ist.

Nehmen wir einmal an, ein Klient kommt zu Ihnen und sagt: „In unserer Forschungsabteilung läuft es irgendwie nicht rund. Zwar arbeiten dort gute Ingenieure und Techniker. Die sind auch sehr fleißig, führen vorbildlich ihre Projektpläne. Aber wenn man am Ende des Geschäftsjahrs nach erfolgreichen, innovativen Produktentwicklungen sucht, dann ist da gar nichts. Können Sie uns weiterhelfen?“

Bisherige Tools der Gruppenanalyse

Man erhält die Geburtsdaten der Mitarbeiter dieser Abteilung. Und dann geht der Wahnsinn los. Astrologie liefert ein hervorragendes Instrumentarium, um den individuellen Charakter, die Stärken und Schwächen eines Menschen oder einer Organisation zu entschlüsseln. Auch die Entwicklung im Zeitverlauf (Transite, Progressionen, Direktionen, Häuserrhythmen etc.) und die Beziehungen von zwei Horoskopen zueinander lassen sich mit dem herkömmlichen astrologischen Werkzeug sehr gut analysieren. Deutlich schwieriger wird es hingegen, wenn man das Wesen und die Dynamik von Gruppen astrologisch entschlüsselt möchte. Ab drei Personen beginnt es mühsam zu werden.

Für solche Situationen haben Astrologen verschiedene Herangehensweisen entwickelt. Manchmal wird das Beziehungsgeflecht reduziert auf die Summe von Zweierbeziehungen. Man schaut sich den Vorgesetzten in Bezug zu den einzelnen Mitarbeitern an. Oder man analysiert problematische Zweierbeziehungen, etwa von Kollegen, die sich nicht riechen können. Was in der Abteilung insgesamt im Argen liegt, wird sich dadurch aber nicht ergründen lassen.

Andere Astrologen haben einen großen Schreibtisch oder eine große Wand, wo sie alle Einzelhoroskope nebeneinander positionieren und sich in stundenlangen Pirouetten darin versenken. Bei dieser Herangehensweise kann man durchaus mit Instinkt zum Ziel kommen. Es besteht aber immer die Gefahr, dass man in der Informationsflut wichtige Zusammenhänge übersieht. Zudem ist dieser Ansatz sehr zeitaufwendig.

Dann gibt es die bewährten Tools der Partneranalyse. Beim Composit werden die Halbsummen aus den einzelnen Horoskopfaktoren der beiden Partner berechnet und daraus ein neues Horoskop erstellt. Beim Combin werden aus den beiden Geburtszeiten und Koordinaten der Geburtsorte die arithmetischen Mittel gebildet und auf diese Daten das neue Horoskop berechnet. Beide gibt es auch in der Gruppenvariante als Multi-Composit bzw. Multi-Combin. Hier kann man beliebig viele Personen hinzufügen und erhält am Ende immer eine Horoskopgrafik in gewohnter Manier. Diese Horoskope zeigen sehr gut, was die Gruppe als eigenständige Wesenheit ausmacht. Die individuellen Horoskope verschwinden jedoch völlig in dieser Darstellung. Man hat keinen Ansatzpunkt mehr, um im Sinne der Organisationsentwicklung oder der systemischen Therapie gezielt Veränderungen in der Gruppe herbeizuführen.

Bleibt noch die Synastrie, welche viele Astrologieprogramme auch als Multi-Synastrie anbieten. Diese Ansicht eignet sich hervorragend für zwei Horoskope, einigermaßen für drei Horoskope. Mehr Horoskope sind in dieser Darstellung zwar möglich, werden aber rasch derart unübersichtlich, dass sie für eine Zusammenschau kaum noch brauchbar sind.

 

Beispiel: Gruppenhoroskop einer Forschungsabteilung

Das Gruppenhoroskop

Vor diesem Hintergrund habe ich vor einigen Jahren eine neue Darstellungsmethode entwickelt, welche sich besonders gut für Gruppen bis zu zwanzig Personen eignet. Im Gruppenhoroskop werden die Horoskope aller Personen im selben Tierkreis eingezeichnet. Dabei wird jeder Person eine eigene Farbe zugeordnet, um sie einfach voneinander unterscheiden zu können. Ab etwa zehn Personen werden die Farben durch geometrische Figuren ergänzt (Planeten in Kreisen, Dreiecken, Vierecken, Rauten etc.), damit die einzelnen Horoskope für das Auge eindeutig unterscheidbar bleiben.

Für die Gruppenanalyse aus der Vogelperspektive empfiehlt es sich, als Fixpunkt 0° Widder links zu platzieren. Anhänger der Hamburger Schule können hierfür natürlich auch wie gewohnt 0° Waage verwenden. Möchte man hingegen die Beziehung eines einzelnen Menschen zum Rest der Gruppe analysieren, so wähle ich die übliche Ansicht und positioniere seinen Aszendenten links. Die anderen Horoskope werden dann darum herumgebaut.

Die Farbsystematik

Um sich in Gruppenhoroskopen schnell zurechtzufinden, ist es von Vorteil, die Zuteilung der Farben zu den einzelnen Horoskopen systematisch vorzunehmen. Ich verwende beispielsweise für die Fokusperson (Klient, Abteilungsleiter etc.) immer die Farbe Schwarz. Die Farben der anderen Gruppenmitglieder kann man nach dem jeweiligen Element ihrer Sonnenzeichen (wahlweise auch Aszendenten oder MCs) vornehmen, also z.B. Rottöne für die Feuerzeichen, Blautöne für die Wasserzeichen, Grün/Brauntöne für die Erdzeichen und Gelb- oder Grautöne für die Luftzeichen. Man kann aber auch für Männer und für Frauen jeweils kalte und warme Farben verwenden oder für alte und junge Menschen dunkle und helle Farben.

Oft ist die passendste Farbgebung von der jeweiligen Gruppenstruktur abhängig. Finden sich in einer Gruppe sehr viele Personen mit demselben Alter, Geschlecht oder dominanten astrologischen Element, so wird dieses Kriterium für die Farbsystematik wenig geeignet sein. Gibt es in der Gruppe verschiedene Untergruppen – im Fall der Forschungsabteilung z.B. Produktschwerpunkte (Produktbereich A, B, C) oder Tätigkeitsschwerpunkte (Konstrukteure, Labor, Musterbau, Design, Patente etc.), so wird möglicherweise dies das zweckdienlichste Kriterium für die Farbsystematik sein. Den Varianten sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist hierbei nur, dass die Farbwahl Ihrer Intuition entgegenkommt und Sie sich schnell und zuverlässig darin zurechtfinden.

Die Ebene der Generationenprägung

In der einfachsten Variante werden sämtliche Faktoren im Innenkreis eingetragen. Um die Generationenprägung der Gruppe besser sichtbar zu machen, zeichne ich aber in der Regel Uranus, Neptun und Pluto in den Außenkreis ein. So ist schnell ersichtlich, welchen Generationsauftrag die Gruppenmitglieder als Prägung mitbringen, wie die Gruppe an Zeitgeistströmungen gekoppelt ist. So sehen wir im Innenkreis die persönlichen Veranlagungen (AC, MC, Mond bis Saturn) und im Außenkreis die Kulturbrille, die Einbettung in Moden, Trends und Generationen (Transsaturnier). Wenn es thematisch angeraten ist, dann trage ich dort auch die entsprechenden Kleinplaneten ein.

Eine getrennte Kollektivebene ist auch deshalb von Vorteil, weil wir einige Jahrzehnte lang eine Unwucht auf der rechten Tierkreishälfte hatten. Für die aktuell im Berufsleben stehenden Jahrgänge (ca. 1950 – 1995) befindet sich Pluto zwischen Löwe und Skorpion, Neptun zwischen Waage und Steinbock und Uranus zwischen Krebs und Steinbock. Trägt man alle Faktoren in den Innenkreis ein, so entsteht schnell der Eindruck, dass diese Zeichen überrepräsentiert wären. Schließlich hat eine eigene Kollektivebene den angenehmen Nebeneffekt, dass die Grafik dadurch nochmals übersichtlicher und aufgeräumter ist.

Generationenprägung der aktuell berufstätigen Jahrgänge

Generationenprägung der aktuell berufstätigen Jahrgänge

Die Fokusperson im Gruppenhoroskop

In Gruppen gibt es sehr oft eine zentrale Person, um die sich die anderen scharen. Meist ist dies der Gründer oder der Leiter der Gruppe. Im Beispiel sehen wir eine Abteilung für Forschung & Entwicklung eines mittelständischen Unternehmens. Wie häufig in der astrologischen Unternehmensberatung liegen nur die Mittagsstände und insofern keine Achsenpositionen vor. Der langjährige Abteilungsleiter ist in Schwarz eingezeichnet. Mit Sonne, Merkur, Mars und Saturn im Steinbock ist er ein sehr guter Verwalter, fleißig, hochzuverlässig und den Werten des Unternehmens und der Geschäftsführung stets verpflichtet. Die Steinbockdominanz macht ihn zu einem idealen Stellvertreter mit ausgeprägtem Sinn für das „Man-Prinzip“ (was man macht und was man nicht macht). Zu seinen Mitarbeitern pflegt er ein sehr korrektes, auf Gerechtigkeit bedachtes Verhältnis. Mit Mond und Mondknoten im Löwen hat er dabei ein ausgeprägtes Herz für die Menschen in seiner Abteilung. Er gewährt ihnen viele Freiheiten, setzt sich immer für Gehälter und Boni am oberen Limit ein und hält viele Unannehmlichkeiten von ihnen fern. „Meine Leute sollen sich auf Ihre Projekte konzentrieren können und dürfen bei der Arbeit nicht gestört werden!“

Im Recruiting sitzen Abteilungsleiter häufig an zentraler Stelle. Dabei wählen viele die Kandidaten durch die Wahrnehmungsbrille ihres eigenen Horoskops aus. Sie entscheiden sich für jemanden, der ihnen ähnlich und sympathisch ist und weniger für jemanden, der für das Stellenprofil die besten Voraussetzungen mitbringt. Gerade bei langjährigen Abteilungsleitern stelle ich in der Beratung sehr oft fest, dass diese ihre Mitarbeiter regelrecht um ihr eigenes Horoskop herumgebaut haben, sozusagen als Erweiterung ihrer eigenen Persönlichkeit. Auch in diesem Gruppenhoroskop ist die Umclusterung von Venus und Mond des Abteilungsleiters auffällig. Zahlreiche Mitarbeiter-Planeten kuscheln sich eng an sie.

Forschungsabteilung ohne Innovation

Die Kernaufgabe einer F&E Abteilung ist die Entwicklung von Innovationen. Die Produkte des Unternehmens sollten entsprechend dem neuesten Stand der Technik laufend an die Bedürfnisse der Kunden angepasst werden. Im Idealfall leistet die F&E Abteilung Pionierarbeit und erfindet neue technologische Lösungen, die es bislang in dieser Form noch nicht gab.

Diese Kernaufgabe wird durch die Zeichen Wassermann, Fische und Widder repräsentiert. Das schöpferische Potential des Unentdeckten, aus dem sich wie zarte Pflänzchen neue Ideen zaghaft herausschälen, liegt in den Fischen. Will man vollkommen neue Wege wagen, so muss man sich in diese Nebel und Meere des Unbekannten wagen. Unten herum reißt der Widder dieses Neuartige in die Erscheinung und rennt damit in die Welt hinaus. Er ist der Pionier, der die Idee durch spielerisches Erkunden und Ausprobieren vorantreibt, sich über Versuch und Irrtum an die Möglichkeiten der Umsetzung heranexperimentiert. Er ist der Innovationstreiber, der neue Impulse in die Gruppe bringt und – oft noch im chaotischen Zickzack – neue Projekte beginnt und dabei den ersten Stoßtrupp bildet.

Oben herum fliegt der Wassermann wie ein Vogel durch die Welt der neuesten Innovationen. Er sichtet die aktuellsten Erfindungen, Trends und Ideen, welche in der Szene kursieren, stets auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen, nach neuartigen Bauteilen, die er zur Verbesserung seiner eigenen Entwicklungen verwenden kann. In der Astrologie wird der Erfindergeist häufig im Wassermann bzw. bei seinem Herrscher Uranus lokalisiert. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn in erster Linie ist er der Bote, der die in den Fischen geborenen Neuheiten zusammenträgt und daraus seine Erfindungen zusammenbastelt.

Eine Forschungsabteilung sollte also ganz besonders die Zeichen Wassermann, Fische und Widder betont haben, um überhaupt echte Innovationen entwickeln zu können. Im Gruppenhoroskop des Beispiels hingegen ist dieser Sektor nahezu leer. Bereits auf den ersten Blick kann man erkennen, dass diese F&E Abteilung kaum in der Lage sein wird, erfolgreiche, innovative Produkte zu erfinden.

Zwar hat der Abteilungsleiter mit Jupiter im Wassermann durchaus ein ausgeprägtes Interesse an den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaftsszene und würde selbst gerne mehr Zeit mit Forschung verbringen. Er ist aber im Tagesgeschäft derart mit organisatorischen Verpflichtungen zugeschüttet, dass sein Jupiter im Wassermann de facto lahmgelegt ist. Ansonsten besetzt noch der andere Steinbock (grüne Farbe) die Innovationszone mit einen Fische-Mond und einen Widder-Mars. Aufgrund seiner niedrigen Ausbildung hat er es aber nur zum technischen Zeichner gebracht und verbringt seine Zeit mit dem Reinzeichnen bestehender Skizzen und Pläne. Seinen Experimentiertrieb lebt er nur privat in seiner Bastelwerkstatt aus.

Das restliche Team orientiert sich lieber am Bestehenden. Produktneuheiten sind in erster Linie Rekombinationen etablierter Produkte in neuen Farben, neuen Materialien und in neuer Verpackung. Besonders auffallend ist die enorme Planetenkonzentration der Abteilung im Löwen. Diese spiegelt sich bereits in den Räumlichkeiten. Während die Büros im Rest der Firma sehr beengend sind, ist die F&E Abteilung durch „historische Zufälle“ in einem sehr großen Raum mit viel Platz untergebracht. Jeder Mitarbeiter hat sich dort seine eigene Wohlfühl-Insel aufgebaut. Während in den anderen Abteilungen hektische Nervosität herrscht, wird hier getragen und würdevoll durch den Gang geschritten. Passend zur Löweballung gibt es in der Firma auch ein geflügeltes Wort: „Bei uns heißt F&E nicht Forschung und Entwicklung, sondern Freizeit und Erholung“. Während diese Löwedominanz beispielsweise in einer Marketingabteilung für exzellente Ergebnisse sorgen kann, war ihr Beitrag zu den Kernzielen der Forschungsabteilung überschaubar.

Systemische Lösungsansätze

Im Idealfall lassen sich solche Gruppendefizite durch die Neueinstellung von Mitarbeitern mit starker Besetzung der vakanten Tierkreisareale ausgleichen. Es ist aber nicht immer das notwendige Budget vorhanden, um den Headcount aufzustocken. Dennoch gibt es immer Mittel und Wege, die Situation im Rahmen des Möglichen zu verbessern. In diesem Fall gab es mehrere Stellschrauben:

So wurde ein Teil der Organisationsaufgaben vom Leiter an den Löwen (in roter Farbe) delegiert. Dieser entpuppte sich als ausgezeichneter Organisator und ging mit viel Engagement in seiner neuen Aufgabe auf. Dem Abteilungsleiter blieb dadurch mehr Zeit, sich bezüglich der technologischen Entwicklungen am aktuellen Stand zu halten und sich in der Forschung mehr einzubringen. Dem grünen Mitarbeiter mit Mond und Mars in der Innovationszone wurde ein Projekt im Bereich Grundlagenforschung übertragen. Ergänzend dazu bekam er trotz seines fortgeschrittenen Alters die Möglichkeit, mehrere Fortbildungen zu machen und regelmäßig Fachmessen und Kongresse zu besuchen. Auch er wuchs schnell in seine neue Rolle hinein und verblüfft seither regelmäßig das Team mit unkonventionellen Ideen und pragmatischen Lösungsansätzen, die ihm davor niemand zugetraut hätte.

Schließlich ergab es sich, dass durch eine notwendige Restrukturierung der hauseigene Werkzeugbau geschlossen werden musste, wobei der Betriebsrat die Übernahme von mindestens drei der zehn betroffenen Mitarbeiter ausgehandelt hatte. In der astrologischen Rasteranalyse sprangen mir gleich zwei Wassermänner des Jahrgangs 1962 ins Auge mit einer enormen Planetenballung in diesem Zeichen. In persönlichen Gesprächen entpuppte sich der eine schnell als extremer Widerspruchsgeist, mit dem es laut dem Vorgesetzten des Werkzeugbaus auch regelmäßig Auseinandersetzungen gab. Der andere war in seiner wilden Jugend als Punk um die Häuser gezogen und hatte deshalb keinen Schulabschluss. Durch eine mehr oder weniger unbeabsichtigte Familiengründung wurde er schließlich domestiziert und war als Hilfsarbeiter in die Firma gekommen. Durch seine schnelle Auffassungsgabe, seine eigenständige Arbeitsweise und seine pfiffigen Einfälle hatte er es bis zum stellvertretenden Abteilungsleiter des Werkzeugbaus gebracht. Privat hatte er sich über die Jahre ein umfassendes Wissen angeeignet und verdutzte mich in Gesprächen unter anderem mit Ausführungen über Molekularstrukturen und Nietzsche-Zitaten. Einen Versuch war es wert. So wurde er als Hilfsassistent in die Forschungsabteilung versetzt. Er blühte dort regelrecht auf und entwickelte bald eine enorme Motivation. Mittlerweile hat die Firma sogar ein Patent auf seinen Namen angemeldet.

Darüber hinaus wurden in der Abteilung – neben einer Reihe von weiteren Maßnahmen – auch einige astrologische Prothesen installiert. Auf diese Möglichkeit werde ich zu gegebenem Zeitpunkt näher eingehen. Als ersten Einblick in das enorme Potential des Gruppenhoroskops sollen diese Ausführungen genügen.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten des Gruppenhoroskops

Das Gruppenhoroskop habe ich aufgrund der speziellen Anforderungen der Bereiche Personal und Organisation entwickelt. Auch für Marketing- und Brandingprojekte verwende ich es regelmäßig, beispielsweise für Marktanalysen, Wettbewerbsvergleiche und für die Positionierung und Repositionierung von Produkten und Marken. Die Anwendungsmöglichkeiten gehen aber natürlich noch viel weiter. Grundsätzlich ist das Gruppenhoroskop überall dort eine große Hilfe, wo man die Zusammenhänge von drei oder mehr Horoskopen analysieren möchte.

Ein wichtiger Bereich ist die systemische Familienanalyse. Hier kann das Gruppenhoroskop sehr schnell die Familienstruktur und die internen Beziehungsmuster aufzeigen. Dabei ist es auch spannend, die Ahnenketten und ihre Verstrickungen über mehrere Generationen zurückzuverfolgen. Auch im Bereich Partnerschaft ist das Gruppenhoroskop von großem Nutzen. Wer häufig an den oder die Falsche gerät, dem sei ein Gruppenhoroskop aller bisherigen Partner empfohlen. Es kommt sehr schnell zum Vorschein, welchen Suchmustern man bislang unbewusst gefolgt ist. Als drittes Beispiel möchte ich die Mundanastrologie nennen. Denn gerade hier ist die Zusammenschau vieler Horoskope oft unabdingbar und bislang sehr zeitaufwendig. Gruppenhoroskope der wichtigsten geopolitischen Staaten und Politiker, der Parteien oder der Regierung in einem Land oder der wichtigsten Firmen einer Branche sind hier ein gewaltiger Fortschritt. Man sieht auf einen Blick, wer z.B. gerade vom laufenden Saturn-Neptun-Quadrat betroffen ist und wer als Trägersubjekt dieser Konstellation in die nähere Auswahl kommt.

Diese und zahlreiche weitere Anwendungsmöglichkeiten des Gruppenhoroskops werde ich in Zukunft näher vorstellen. Einstweilen möchte ich Sie ermutigen, selbst damit zu experimentieren: Freundeskreis, Familie, Arbeitskollegen  bis hin zu wichtigen Zeitpunkten in Ihrem Leben. War Astrologie bislang vor allem auf einzelne Personen, Organisationen und Ereignisse beschränkt, so steht Ihnen nun die Welt der großen Zusammenschau offen.

Gruppenhoroskop SOFTWARE

Seit 2022 gibt es eine innovative Software, mit der man Gruppenhoroskope sehr einfach erstellen und analysieren kann: Die CHRONLEX Astrologie Software, welche Dr. Christof Niederwieser gemeinsam mit Torsten Wernecke entwickelt hat. CHRONLEX ist cloudbasiert und funktioniert somit auf allen Geräten und Betriebssystemen.

Gruppenhoroskop SEMINAR

Im jährlichen Online-Seminar “Das Gruppenhorokop in der Praxis” zeigt Dr. Christof Niederwieser live anhand vieler prominenter Beispiele, wie man diese neue Form der Kollektiv-Astrologie in der astrologischen Praxis anwendet. Dabei werden auch die speziellen Anwendungsmöglichkeiten auf Bereiche wie Teamentwicklung, Personalmanagement oder Familientherapie bis hin zur Mundanastrologie vorgestellt. Besondere Highlights sind dynamische Gruppenhoroskope im Zeitverlauf und die Ereignisanalyse mit dem Gruppenhoroskop.

Gruppenhoroskop BUCH

Im Buch “Das Gruppenhoroskop: Schlüssel zur Kollektiv-Astrologie” zeigt Dr. Christof Niederwieser anhand des vierstufigen Deutungssystems, wie man Gruppen Schritt für Schritt entschlüsseln kann:

  1. Kollektiv-Analyse: Was macht die Gruppe in ihrer Gesamtheit aus?
  2. Rollenverteilung: Wie positionieren sich die einzelnen Mitglieder im Kontext der Gruppe?
  3. Gruppendynamik & Beziehungsmuster: Wie sind die Mitglieder miteinander vernetzt? Wie interagieren sie miteinander?
  4. Fokus-Perspektive: Wie sieht ein einzelnes Mitglied den Rest der Gruppe aus seiner persönlichen Wahrnehmungsperspektive?

Der astrologische Kondratieff-Zyklus

Erstveröffentlichung im August 2015 in der Zeitschrift “Astrologie Heute” (Nr. 176)

Eines der meistdiskutierten Prognosemodelle der modernen Zukunftsforschung ist der Kondratieff-Zyklus. Dieser geht davon aus, dass es im globalen Wirtschaftsleben ein regelmäßiges Muster von Aufschwung und Abschwung gibt, welches sich über 50 bis 60 Jahre erstreckt. Ausgangspunkt sind kollektive Paradigmenwechsel aufgrund von neuen Basistechnologien, welche Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren. Der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Christof Niederwieser hat in seinen Forschungen einen engen Zusammenhang des Kondratieff-Zyklus mit dem astrologischen Uranus-Pluto-Zyklus identifiziert und auf dieser Grundlage das Modell zum Astro-Kondratieff erweitert.

Zyklen sind die Grundlage des astrologischen Weltbilds. Der Kreislauf von Geburt, Wachstum, Höhepunkt, Rückzug und Neubeginn spiegelt sich vom Mondzyklus über den Lauf der Sonne und Planeten durch den Tierkreis bis hin zu den Aspekten der Planeten zueinander. Aus diesem Geflecht astrologischer Zyklen entsteht die individuelle Zeitqualität eines Moments, einer Phase, einer Epoche.

Nikolai Kondratieff

Nikolai Kondratieff

Auch in anderen Wissenschaften spielen Zyklen eine Rolle. In Philosophie und Geschichte finden sich beispielsweise die Kreisläufe der Staatsformen von Platon, Aristoteles und Cicero oder die Kulturkreislehren von Giambattista Vico, Leo Frobenius, Oswald Spengler und Arnold Toynbee. Aus den Wirtschaftswissenschaften kennen wir Konjunkturzyklen, Börsenzyklen oder den Produktlebenszyklus. Und es stellt sich die Frage, inwieweit diese Zyklen Entsprechungen in astrologischen Konstellationen finden.

Einer der wohl bekanntesten Zyklen der Volkswirtschaftslehre ist der Kondratieff-Zyklus, benannt nach seinem Entdecker Nikolai Kondratieff (1892 – 1938), dem ersten Direktor des Konjunkturinstituts in Moskau. 1926 veröffentlichte er den Artikel „Die langen Wellen der Konjunktur“ und wies darin empirisch einen Zyklus von 45 bis 60 Jahren nach. Er untersuchte einen Großteil des damals zur Verfügung stehenden historischen Datenmaterials: die langfristige Entwicklung der Warenpreis-Indizes, Zinsraten, Staatsanleihen, Außenhandelsumsätze, Kohle-, Stahl-, und Roheisenproduktion, Privatersparnisse oder der Gehälter verschiedener Branchen. Der Zyklus zeigte sich im Großteil dieser Datenreihen deutlich. Stets folgte einer Aufschwungphase von ca. 25 Jahren eine ähnlich lange Abschwungphase.

Neue Basistechnologien als Konjunkturmotor

Schließlich ging er der Frage nach, welche empirischen Muster mit diesem Zyklus verbunden sind. Und er fand einen starken zeitlichen Zusammenhang mit beachtlichen Veränderungen des Wirtschaftslebens. Zu Beginn jedes Zyklus stehen technische Innovationen, welche die Produktion und die Märkte revolutionieren. Dabei zählt nicht der Zeitpunkt der Erfindung, sondern jener, zu welchem die neuen Technologien erstmals breite praktische Anwendung finden und so viel Kapital akkumulieren können, dass Investitionen in den neuen Markt profitabel werden.

So leitete die Industrielle Revolution mit den Innovationen Dampfmaschine und mechanischer Webstuhl den ersten Zyklus ein. Diese Basistechnologien führten etwa ab 1790 zu einem 25-jährigen Wirtschaftsaufschwung. Die neuen Industrien erlebten einen gewaltigen Boom. Um 1815 war der Höhepunkt dieser Technologien erreicht. Das Wachstumspotential war ausgeschöpft. Es folgten Abschwung und schließlich Rezession. Während dieser Abschwungphase des ersten Zyklus wurden die Basistechnologien des zweiten Zyklus erfunden. Kondratieff nennt vor allem die Erfindung der verkehrstauglichen Dampflokomotive (1824), der Turbine (1824-27), des Portlandzements (1824), der Erntemaschine (1831), des Telegraphen (1832), der Rotations-Druckmaschine (1846) und der Saatmaschine (1847).[i]

Die zunehmende praktische Nutzung dieser Neuerungen leitete ab 1850 den zweiten Zyklus ein. Neuer Wachstumstreiber und Konjunkturmotor waren die Bereiche Massentransport und Kommunikation. Eisenbahn- und Telegraphennetze wurden über die Länder gezogen. Für ein Vierteljahrhundert erlebte die Wirtschaft einen gewaltigen Boom bis 1873 die Spekulationsblase auf Eisenbahnaktien platzte. Der Gründerkrach leitete einen etwa zwanzigjährigen ökonomischen Abschwung ein.

In den 1890ern begann der dritte Zyklus. Neue Basisinnovation war die Elektrizität. Sie sorgte für unzählige neue Produkte und Wirtschaftszweige. In Verbindung mit der Erfindung des Fließbands entstand so die moderne Massenproduktion. Der dritte Zyklus brachte den Übergang zur Konsumgesellschaft. Kondratieff war 1926 der Ansicht, dass auch dieser Zyklus die Grenzen seines Wachstums erreicht habe und eine Krisenzeit bevorstand.[ii] Er sollte Recht behalten. Drei Jahre nach seiner Veröffentlichung leitete der „Schwarze Donnerstag“ die bis dato schwerste Weltwirtschaftskrise der Geschichte ein und stürzte das globale Wirtschaftssystem in eine Dekade der Depression.

Der Kondratieff-Zyklus

Der Kondratieff-Zyklus

Der Kondratieff-Zyklus heute

Kondratieffs Theorie war anfangs nur in Insiderkreisen bekannt. Dies änderte sich 1939, als der österreichische Ökonom Joseph Schumpeter (1883 – 1950) sein Werk „Konjunkturzyklen“ veröffentlichte. Er behandelte darin eingehend den Kondratieffzyklus, bestätigte ihn auf Basis der jährlichen Großhandelspreise der USA und gab ihm auch seinen Namen.[iii] Die Reaktionen in der Volkswirtschaftslehre waren gespalten, nicht zuletzt da drei Wiederholungen zu wenig waren, um von einem endgültigen Beweis der langen Wellen sprechen zu können. Umso interessanter ist die Frage, inwieweit sich das Kondratieff-Muster in den vergangenen 70 Jahren bestätigt hat.

Im beginnenden 21. Jahrhundert sind die langen Wellen nach wie vor ein vieldiskutiertes Thema, vor allem in den Bereichen Innovations- und Zukunftsforschung. Autoren wie Leo Nefiodow, Carlota Perez oder Erik Händeler gehen davon aus, dass es seit den Zeiten von Kondratieff und Schumpeter zwei weitere Wellen gegeben hat, welche das Muster fortschreiben. Die Abbildung zeigt den üblicherweise angenommenen Verlauf:

Demnach begann Mitte der 1940er Jahre mit dem aufstrebenden Automobilsektor und der Flugindustrie der vierte Kondratieff-Zyklus. Zentrales Leitthema war die individuelle Mobilität. Im Laufe von 30 Jahren expandierte dieser neue Markt so rasch, dass schließlich in den Industriestaaten fast jeder Haushalt motorisiert war und Flugreisen auch für den Massenmarkt erschwinglich wurden. Höhe- und Wendepunkt ist markiert durch die Ölkrisen der 1970er Jahre. Von da an ging die Wirtschaft wieder bergab und das Wachstum musste sich eine neue Basisinnovation suchen.

Der fünfte Kondratieff nahm schließlich in den 1980er Jahren seinen Anfang mit der aufstrebenden Informationstechnologie. Computer wurden zum Werkzeug für jedermann. Internet und Mobiltelefone breiteten sich aus und verknüpften alsbald Millionen von Menschen miteinander. Elektronische Produkte dominierten zunehmend den Markt.

Als 2001 schließlich die New Economy Blase platzte, sahen viele Kondratieff-Anhänger den Höhepunkt dieser Welle gekommen und prognostizierten für die Zukunft eine Talbewegung, in der sich die Basisinnovationen des kommenden sechsten Kondratieff entwickeln würden. Als Favoriten werden vor allem die Bereiche Umweltschutz, ganzheitliche Gesundheit und Bio/Medizintechnik gehandelt und unter dem Leitthema „Gesundheit für Mensch und Umwelt“ zusammengefasst.[iv]

Kritik des Kondratieff-Modells

Das Kondratieff-Modell ist bis heute populär. Als eine der ganz wenigen volkswirtschaftlichen Theorien erlaubt es konkrete langfristige Wirtschaftsprognosen. Und es erklärt anschaulich die großen Wachstumstreiber der vergangenen 200 Jahre. Über Details wie die genaue zeitliche Abgrenzung oder die Bezeichnung der Leitmotive gehen die Meinungen zwar auseinander. Doch sind sich viele Forscher einig, dass an den Kondratieffwellen „etwas dran ist“. Dennoch gibt es einige Kritikpunkte, insbesondere methodologischer Natur.

So ist umstritten, ob sich das Wellenmuster auch tatsächlich in empirischen Wirtschaftsdaten nachweisen lässt. Sucht man nämlich in statistischen Zeitreihen nach der gleichförmigen Wellenform, so wird man nicht sofort fündig. Die Daten verschiedener Jahrzehnte und Jahrhunderte sind nicht direkt miteinander vergleichbar, sondern müssen zuerst „geglättet“ werden. Methoden der Datenerhebung ändern sich im Lauf der Zeit. Verschiedene Länder berechnen Indikatoren unterschiedlich. Zusammensetzung und Definition von Branchen und Warenkörben ändern sich. Die Datenreihen müssen um Faktoren wie die Inflation oder Währungsumstellungen bereinigt werden und so weiter. Die Methoden der Datenbearbeitung bestimmen dabei wesentlich die endgültige Form der Kurve. Und je nach Methode erhält man schließlich die Kondratieffwelle oder auch nicht.

Kondratieff-Jünger umgehen dieses Problem elegant, indem sie bei der grafischen Darstellung des Zyklus zwar die Jahrzehnte auf der X-Achse angeben. Die Y-Achse bleibt aber in der Regel unbeschriftet. “Auf makroökonomischer Ebene lassen sich die langen Wellen tatsächlich nicht nachweisen”, räumt die venezolanische Innovationsforscherin Carlota Perez ein. „Schaut man aber auf die Ebene der Innovationen und bezieht auch gesellschaftliche und soziale Aspekte mit ein, dann sind die langen Wellen klar erkennbar – auch wenn sich die Veränderungen nicht oder erst später im BIP zeigen oder sich große Wellen überlappen.“[v]

Neben diesen methodologischen Unschärfen gibt es auch inhaltliche Kritikpunkte. Betrachtet man die Fortschreibung des Zyklus durch Kondratieffs Nachfolger, so ergeben sich einige Unstimmigkeiten zum tatsächlichen Zeitgeschehen:

  1. Abschwung des Elektrizitäts-Kondratieff bereits ab 1920? Kondratieff selbst prognostizierte 1926, dass der Abschwung der Elektrizitäts-Welle unmittelbar bevorstünde. Seine Nachfolger legten den Höhepunkt in die Zeit um den 1. Weltkrieg. Dies erfolgte wohl in erster Linie aus Symmetriegründen, da sonst zu wenig Zeit für den Abschwung bis zum Beginn des Automobil-Kondratieff in den 1940ern bleiben würde. Abgesehen vom generellen Wirtschaftseinbruch durch den 1. Weltkrieg war die Elektrotechnik um 1920 aber noch lange nicht an ihre Wachstumsgrenze gelangt.
  2. Individuelle Mobilität erst ab den 1940er Jahren? Für Automobil und Flugindustrie wird der Beginn der Welle erst ab den 1940er Jahren postuliert. Die Basistechnologien beider Bereiche hatten aber bereits um 1900 Marktreife erlangt. Seither boomten Automobilbranche und Flugunternehmen und waren auch sehr bald für den Massenmarkt erschwinglich. So wurden bereits zwischen 1908 und 1927 allein von Fords „Model T“ über 15 Millionen Stück verkauft. Vom Beginn eines Booms der „individuellen Mobilität“ erst ab ca. 1945 zu sprechen ist insofern nicht plausibel.
  3. Abschwung des IT-Kondratieff bereits ab 2001? Um die Jahrtausendwende wurde von den meisten Kondratieff-Anhängern angenommen, dass der Zyklus Informationstechnologie mit dem Platzen der New Economy Blase 2001 seinen Höhepunkt überschritten hatte und sich seither im Abschwung befindet. Das Gegenteil war der Fall: durch Smartphones und Tablets boomt Mikroelektronik heute mehr denn je. Das Internet-Business hat erst nach Platzen der Blase lukrative und tragfähige Geschäftsmodelle entwickelt und zählt seit Jahren zu einer der größten Wachstumsbranchen weltweit. IT-Firmen wie Apple, Google, Facebook oder Samsung gehören mittlerweile zu den wertvollsten Marken der Welt. Tendenz weiterhin steigend. Von einem Abschwung der IT-Welle war in den vergangenen 15 Jahren keine Spur.

Was war geschehen? Hat sich das Kondratieff-Muster nach seiner Entdeckung in den 1920er Jahren in Luft aufgelöst? Oder wurde das Modell von Kondratieffs Nachfolgern in der steten Jagd nach dem nächsten Trend falsch fortgeschrieben? Hierauf kann die Astrologie eine deutliche Antwort geben.

Der Kondratieffzyklus und Uranus-Pluto

Sucht man in der Astrologie nach einem langwelligen Zyklus, der aufgrund neuer Basistechnologien tiefgreifende Umwälzungen des Wirtschaftslebens und der Gesellschaft auslöst, verbunden mit neuen Machtsystemen und Denkmodellen, mit einschneidenden kollektiven Paradigmenwechseln, dann gibt es einen Archetypen, der diese Inhalte sehr gut wiederspiegelt: Uranus-Pluto. Neue Einfälle und technische Erfindungen (Uranus) sprengen althergebrachte Machtsysteme und Denkmodelle (Pluto) und werden zum neuen Leitbild für die Massen (Pluto).

Am massivsten tritt dieser Archetyp bei den mundanen Hauptaspekten in den Zeitgeist: Konjunktion, Opposition und Quadrat. Prof. Richard Tarnas empfiehlt in seinem Werk „Cosmos and Psyche“ einen Orbis von 15° für die Konjunktion/Opposition und 10° für die Quadrate.[vi] Dies hat sich in meinen Forschungen bestätigt. Denn gerade beim Ein- und Austritt in diese Orben finden sich zahlreiche große Revolutionen und Wirtschaftskrisen als die offensichtlichsten Manifestationen des Umbruchs. Daraus ergibt sich eine Kernphase von etwa 7 bis 10 Jahren, in welcher der technologisch induzierte Paradigmenwechsel kulminiert.

Vergleicht man nun die astrologischen Uranus-Pluto-Auslösungen mit den Wendepunkten der Kondratieffwellen, so tritt erstaunliches zu Tage: sie sind bis zur Entdeckung in den 1920er Jahren identisch. Dabei markieren die Konjunktion und die Opposition den Beginn der Kondratieffzyklen. Die Quadrate fallen genau in die Jahre, in denen die Zyklen ihren Höhepunkt erreichen und der Abschwung beginnt.

Horoskop Nikolai Kondratieff

Horoskop Nikolai Kondratieff (16.03.1892, Witschuga = 04.03.1892 julianisch, RR X)

Es scheint, dass Nikolai Kondratieff (16.03.1892, Witschuga) ein feines Gespür für Zeitgeist-Qualitäten hatte und den Zyklus mit einer Mischung aus Intuition (Sonne-Jupiter-Konjunktion in den letzten Fische-Graden…) und harter Detailarbeit an rauen Datenmengen (…in Opposition zu Saturn Ende Jungfrau) entdeckt hat. Eine Beeinflussung durch die Astrologie kann dabei ausgeschlossen werden, da Pluto erst vier Jahre nach Veröffentlichung der „Theorie der langen Wellen“ entdeckt wurde.

Danach driften die Wendepunkte des Kondratieffzyklus und die Uranus-Pluto-Auslösungen deutlich auseinander. Ab dem von Kondratieffs Nachfolgern postulierten Automobil-Zyklus Mitte der 1940er Jahre besteht kein Zusammenhang mehr. Dies lässt sich einfach erklären: Pluto hat eine stark elliptische Umlaufbahn. So braucht er in Sonnennähe nur 11 Jahre, um das Zeichen Skorpion zu durchlaufen. In Sonnenferne hingegen dauert der Durchlauf des Zeichens Stier 31 Jahre. Dadurch verläuft auch der Uranus-Pluto-Zyklus sehr unregelmäßig. Befindet sich Pluto in den fernen Zeichen, so vergehen nur 50-60 Jahre zwischen Konjunktion und Opposition. Dies war im von Kondratieff untersuchten Zeitraum 1790 bis 1920 der Fall. Kommt Pluto in Sonnennähe, so verlängert sich die Periode erheblich. Von der letzten Konjunktion Mitte der 1960er Jahre bis zur nächsten Opposition Mitte der 2040er Jahre vergehen 80 Jahre. Allein bis zum aktuellen Quadrat dauerte es ganze 50 Jahre, was einer 50-jährigen Aufschwungphase entspricht. Nehmen Kondratieffs Anhänger gemeinhin an, dass sich die letzten beiden Zyklen deutlich verkürzt haben auf etwa 35 Jahre, so legt der Uranus-Pluto-Zyklus das Gegenteil nahe: die aktuelle Kondratieff-Welle dauert mit 80 Jahren besonders lange.

Der Dritte Astro-Kondratieff 1900-1965: Globale Vernetzung

Wie sieht nun der astrologische Kondratieff-Zyklus aus, der direkt an Nikolai Kondratieff anknüpfend die Periodizität von Uranus-Pluto berücksichtigt? Die erste Welle (Dampfmaschine) und die zweite Welle (Eisenbahn) sind deckungsgleich. Auch die dritte Welle beginnt synchron um das Jahr 1900. Jedoch beschränkt sich diese nicht auf Elektrotechnik und Massenproduktion. Sie beinhaltet auch die Bereiche Automobil, Flugindustrie und Massenmedien, welche in diesem Zeitraum ebenfalls zur Marktreife gelangten und ihr rasantes Wachstum begannen. Umfassende Elektrifizierung aller Lebensbereiche, Massenproduktion am Fließband, die ersten Automobilkonzerne, das Motorrad, die ersten Luftfahrtunternehmen, Linien-Zeppeline und Motorflugzeuge, Transatlantik-Funk, Radio, Kino, all das entstand während der wenigen Jahre als Uranus im Schützen und Pluto in den Zwillingen in Opposition standen.

Wir sehen hier nicht nur die Uranus-Pluto-Signatur des technologisch induzierten Paradigmenwechsels bestätigt. Durch die Position im Tierkreis lässt auch die Morphologie genauer beschreiben: Die Zwillinge-Schütze-Achse steht für Bewegung und Vermittlung zwischen der kleinen Welt der unmittelbaren Nachbarschaft und der großen Welt, die hinter dem Horizont liegt. Pluto in Zwillinge wälzt dabei Bereiche wie Technik, Kommunikation, Medien, Funktionelles, Fortbewegung, Handel um. Die behäbigen, massiven Apparaturen der Materieumwälzung von Pluto im Widder/Stier (Zweite Welle Massenmobilität), lernen nun in den Zwillingen das Laufen, werden flink und geschmeidig, feingliedrig und differenziert. Anstelle der trägen Großmaschinerien der zweiten Welle flitzen nun wendige Insektenschwärme spezialisierter Technologien in alle Richtungen über den Erdball und verästeln sich in sämtliche Lebensbereiche hinein. Die materiellen Nervenbahnen werden um den Globus gelegt. Uranus im Schützen gibt dabei die Stoßrichtung vor: in alle Horizonte gleichzeitig – The Sky is no Limit.

Der Zyklus der „Globalen Vernetzung“ (dieses Leitmotiv umfasst auch den Beginn der „individuellen Mobilität“ und der „modernen Konsumgesellschaft“ als Unterthemen) stößt zu Beginn der Quadratur (1928-1937) an seine Grenzen. Ein Jahrzehnt der Weltwirtschaftskrise und das Aufkommen faschistischer Diktaturen fallen in diesen Zeitraum und markieren den Wendepunkt in die Abschwungphase. Dem Zweiten Weltkrieg folgt in vielen Ländern ein Wirtschaftswunder, welches aber nicht auf neuen Basisinnovationen gründet, sondern auf dem Wiederaufbau. Erst in den 1960er Jahren wird der Zeitgeist wieder von einer Flut neuer Ideen und radikalen Paradigmenwechseln erfasst.

Der Vierte Astro-Kondratieff 1965-2045: Information

Pünktlich zur folgenden Uranus-Pluto-Konjunktion in der Jungfrau (1961-1971) kommt der nächste Innovationsschub. Einerseits findet der Zyklus der „Globalen Vernetzung“ seine Vollendung durch die Eroberung des Weltraums: Ab 1962 beginnt die Ära der zivilen Kommunikationssatelliten. Die menschliche Expansion in den Raum wird gekrönt durch die erste bemannte Mondlandung 1969 und die erste Weltraumstation Saljut 1 im Jahr 1971. Damit erreicht die Ausdehnung der globalen Vernetzung vorerst ihren Höhepunkt. Die materiellen Verbindungen und Verkehrswege im Sinne der Zwillinge/Schütze-Achse sind gelegt. Die Nervenbahnen der globalisierten Menschheit haben ihr Netz um den Globus gespannt. Ab den 1960ern verlagert sich der Fokus auf die innere Expansion. Im Sinne der Jungfrau widmen sich die neuen Basis-Innovationen zunehmend der Qualität und Quantität der durchs globale Nervensystem gejagten Einheiten. Diese werden immer kleiner, differenzierter, detaillierter, komplexer, schneller.

Mikrochip Intel 4004

Die Basis-Technologie des Vierten Astro-Kondratieff: Der erste Mikrochip Intel 4004

So entstanden in den 1960er Jahren die Basistechnologien für den neuen Zyklus: der moderne Computer, das Internet (ursprünglich „Arpanet“), die Informationstechnologie, Elektronik und Nanotechnologie. Was für den ersten Astro-Kondratieff die Dampfmaschine war, ist für den Vierten Astro-Kondratieff der Mikroprozessor, der gegen Ende der Uranus-Pluto-Auslösung 1971 erstmals Marktreife erlangte in Form des „Intel 4004“.

Leitthema des aktuellen Astro-Kondratieff ist die „Information“. Und die Jungfrau zieht alle Register, um ein Maximum an Information zu generieren, zu analysieren und zu verwerten. Ihre Charakteristika prägen seither den Zeitgeist: Optimierung, Rationalisierung, Perfektionierung, Differenzierung, Spezialisierung, Systemisierung, Detailorientierung, Miniaturisierung. Wie der Berliner Astrologe Werner Held betont, ergeben sich daraus die jungfrautypischen Begriffe des sozialen Strukturwandels: die Dienstleistungsgesellschaft, die Wissensgesellschaft, aber auch die Sicherheits- und Kontrollgesellschaft.[vii]

Immer detaillierter, immer genauer, immer präziser, immer regulierter, immer am arbeiten, sortieren, absichern. Die Jungfrau ist der Spähtrupp, der das Revier und die Erlebniswelten des Löwen unermüdlich erweitert und dabei selbst auf das Leben vergisst. ADHS, Multitasking, permanente Informationsüberflutung, Überwachungswahn durch Big Data, Heerscharen von Compliance Managern die versuchen, ihre Unternehmen durch die wuchernden Dschungel neuer Regulierungen und Gesetze zu navigieren – nun da wir uns in der Kernphase des Uranus-Pluto-Quadrats befinden (Exaktheit 2012-2015), kommen vermehrt die Schattenseiten zum Vorschein. Der Vierte Astro-Kondratieff hat seinen Höhepunkt erreicht.

Der astrologische Kondratieff-Zyklus

Der astrologische Kondratieff-Zyklus von Dr. Christof Niederwieser

Der Blick in die Zukunft

Der Astro-Kondratieff erklärt nicht nur anschaulich die großen technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Jahrhunderte. Er erlaubt auch einen konkreten Ausblick auf die Zukunft. Wie geht es weiter nachdem der Informations-Zyklus aktuell an seinem Wendepunkt angelangt ist? Welche gesellschaftspolitischen Implikationen sind in den kommenden Jahren zu erwarten? Welche derzeit entwickelten Innovationen haben das Zeug, als neue Basis-Technologien den Fünften Astro-Kondratieff ab den 2040er Jahren zu prägen?

Nicht nur für die Politik, auch für die strategische Unternehmensführung, das Innovationsmanagement und für die langfristige Investitionsplanung sind diese Fragen von essentieller Bedeutung. Der Astro-Kondratieff kann hier wertvolle Antworten geben.

Der Neo-Kondratieff

In diesem ersten Artikel aus dem Jahr 2015 habe ich ein paar grundlegende Eckpfeiler des astrologischen Kondratieffzyklus skizziert. Eine noch ausführlichere und aktuellere Darlegung gibt es in meinem Buch “PROGNOSTIK 03: Trends & Zyklen der Zeit” (Zukunftsverlag 2020) im Kapitel “Der Neo-Kondratieff von Christof Niederwieser”.

Literatur

Ulrich EBERL: Zukunft 2050 – Wie wir schon heute die Zukunft erfinden, Beltz & Gelberg, Weinheim 2011

Erik HÄNDELER: Die Geschichte der Zukunft – Sozialverhalten heute und der Wohlstand von mor-gen (Kondratieffs Globalsicht), Brendow Verlag, Moers 2005

Nikolai KONDRATIEFF: The Long Wave Cycle, Richardson & Snyder, New York 1984

Anja MÜLLER: Das Comeback von Kondratieff, Handelsblatt vom 18.04.2010

Leo NEFIODOW: Der sechste Kondratieff – Wege zur Produktivität und Vollbeschäftigung im Zeital-ter der Information, Rhein-Sieg Verlag, Sankt Augustin 2001

Joseph SCHUMPETER: Konjunkturzyklen – Eine theoretische, historische und statistische Analyse des kapitalistischen Prozesses, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1961

Richard TARNAS: Cosmos and Psyche – Intimations of a New World View, Plume: New York 2007

Werner HELD: Die 10 großen astrologischen Weltbeweger – die Langsamläuferzyklen von Jupiter bis Pluto, Rockradio-Sendung „Kosmos & Psyche“ am 13.05.2014

Quellen

[i] Kondratieff (1984), S. 60ff

[ii] Kondratieff (1984), S. 103ff

[iii] Schumpeter (1939), S. 481ff

[iv] Eberl (2011), S. 12f, Nefiodow (2001), Händeler (2005)

[v] Müller (2010)

[vi] Tarnas (2007), S. 148

[vii] Held (2014), 12min00 ff

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